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Nachbarn — #6: Martin-Luther-Straße 61

Gentrifizierung im Frankfurter Nordend

Städte wie Venedig haben praktisch keine ursprünglichen Einwohner mehr; nur noch Touristen und Menschen,die Geld dort angelegt haben, um mit den Touristen noch mehr Geld zu machen. In Paris mussten seit 1960 über 600 000 Menschen die Stadt verlassen, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen konnten, meistens waren Arbeiter und kleine Handwerker betroffen. In Berlin und leider auch in Frankfurt hat dieser Prozess längst auch begonnen. Kann bei uns, angefangen im Nordend, die Welle der Vertreibungen gestoppt werden, die entsteht weil Wohnraum zur Handelsware gemacht wird und die Menschen dabei zum Hindernis werden?
Die einzige Chance, die Demokratie im Kernbereich der menschlichen Existenz, in ihrem Zuhause, wieder herzustellen, ist das Grundgesetz wieder über die so genannten Marktgesetze zu stellen, so wie es im allerersten Abschnitt heißt, GG/I/1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu schützen und zu achten ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Im Moment besorgen das für sich und für uns die Bewohner der Martin-Luther-Strasse 61 und andere bedrohte Bewohner Frankfurts; lassen wir sie dabei nicht alleine.

Malte Rauch, Esther Zeschky